Germany

Bayern verlängert Corona-Maßnahmen um vier Wochen

Die Maskenpflicht in kommunalen Räumlichkeiten und für Beschäftigte in Arztpraxen und Tageskliniken in Bayern bleibt bis zum 17. Februar in Kraft. Das Kabinett hat in München beschlossen, die geltende Corona-Verordnung unverändert um vier Wochen zu verlängern.

„Insgesamt ist Corona zum Glück sehr stabil, die Fallzahlen gehen zurück“, sagte Staatskanzleiminister Florian Herrmann (CSU). Es gibt weiterhin einen leichten Abwärtstrend. Auch die Hospitalisierungen auf den Normal- und Intensivstationen gingen leicht zurück. Eine Verschärfung der Koronarmaßnahmen ist daher nicht erforderlich.

Die nationalen Coronavirus-Regeln gelten bis zum 7. April

Neben den bayerischen Regelungen gelten weiterhin bundesrechtliche Regelungen: Das Infektionsschutzgesetz schreibt bis zum 7. April eine FFP2-Maskenpflicht in Pflegeheimen und Krankenhäusern vor – sowie für Patienten und Besucher von Arztpraxen und anderen ambulanten medizinischen Einrichtungen.

Auch für den Zugang zu Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist eine Prüfbescheinigung erforderlich. Bereits zum 2. Februar soll die Maskenpflicht, die auch im Fernverkehr mit Bussen und Bahnen gilt, entfallen.

Holecek: Möglicherweise wird Ende Februar eine Maskenpflicht eingeführt

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holeczek (CSU) sieht ein mögliches Ende der Maskenpflicht in Kliniken Ende Februar. Er sagte der „Augsburger Allgemeinen“, dass die Entwicklungen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und gefährdeten Gruppen in Bayern genau beobachtet würden: „Wir werden die Regeln anpassen, sobald es die Situation zulässt“, sagte Holecek. Vor gut einem Monat hat Bayern die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr aufgehoben.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert bereits ein Ende der Maskenpflicht im Gesundheitswesen. „Wir brauchen keine generelle gesetzliche Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen mehr. Nicht jede Einrichtung behandelt Hochrisikopatienten“, sagte Reinhardt von Welt. Daher sollten Praxen unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) selbst entscheiden können, ob sie eine Maske tragen. „Gesundheitlich besonders gefährdete Personen sollten auf eigene Gefahr eine Maske tragen oder mit dem Arzt außerhalb der Stoßzeiten kommen.

Der leitende Infektiologe des Münchner Klinikums Schwabing, Clemens Wendtner, der vor drei Jahren Deutschlands erste Coronavirus-Patienten behandelte, warnte davor, mit Masken herumzuwerfen. „Die Aufhebung weiterer Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus im Winter ist übereilt und der allgemeinen Pandemiemüdigkeit geschuldet“, sagte die Augsburger Allgemeine.

Bernreiter will den Wohnungsbau ankurbeln

Das bayerische Kabinett hat zudem beschlossen, die bayerischen Wohnungsbauprogramme weiterzuentwickeln. Bundesdenkmalgeschützte Baugrundstücke werden übrigens zu reduzierten Preisen verkauft.

Auch eine mögliche Steuer auf Gemeinden, die sozialen Wohnungsbau verwalten, soll geprüft werden. Das Kapital der staatlichen Wohnungsgesellschaft BayernHeim soll um 250 Millionen Euro erhöht werden. Insgesamt sind laut Bauminister Christian Bernreiter (CSU) 4.500 neue Wohnungen im Bau, rund 880 sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Kritik der Opposition am Wohnungsbau

Der Vorsitzende der GSDP-Bundestagsfraktion, Florian von Brunn, warf der damaligen Landesregierung vor: „Herr Söder und Herr Bernreiter sind Weltmeister im Durchsagen – und im Bauen von Luftschlössern.“ Von Brunn sprach von „faul Wahlversprechen der CSU”.

Laut FDP-Wohnbauexperte Sebastian Körber setzt die Landesregierung falsche Akzente. Warum das „unterirdische BayernHeim“ jetzt zusätzliches Geld bekommt, ist ihm ein Rätsel: „Das Geld käme besser in gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften.“

Immer mehr barrierefreie Gebäude

Das Kabinett war heute auch für Menschen mit Behinderungen in Bayern. Laut Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) fördert der Freistaat Inklusion mit fast fünf Milliarden Euro im Jahr. Den größten Anteil daran haben die Regionen mit knapp 3,4 Milliarden Euro. Der Minister wies darauf hin, dass in Bayern etwa 1,5 Millionen Menschen mit Behinderungen leben, das sind etwa 12 Prozent der bayerischen Bevölkerung.

Laut Scharf sind mittlerweile 63 Prozent aller Regierungsgebäude barrierefrei. Gleichzeitig räumte sie ein, dass das Ziel „Bayern barrierefrei bis 2023“ nicht erreicht worden sei. „Das liegt sicher auch daran, dass dieses Ziel sehr ambitioniert war. Aber es ist entscheidend, dass wir in diesem Bereich gute Fortschritte machen.”

Laut dpa.