Der Verlag CH Beck wollte die Zusammenarbeit mit Hans-Georg Maaßen beenden. Der frühere Vorsitzende des Verfassungsschutzes erschien jedoch vor dem Unternehmen.
Nach Kritik an der Zusammenarbeit von Hans-Georg Maaßen (CDU) an einem Werk des CH Beck Verlags wurde die Zusammenarbeit nun beendet. Der umstrittene ehemalige Präsident des Verfassungsschutzes arbeitet an einem Kommentar zum Grundgesetz des juristischen Fachverlages. Wie der Spiegel berichtet, steht das Unternehmen seit einiger Zeit in der Kritik.
Als der Verlag beschloss, „die Chance zur Kündigung des Verlagsvertrags mit Dr. Maasen zu nutzen“, kündigte Maasen laut Spiegel offenbar am 17. Januar selbst. Von der Kritik an der Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes hat sich der Fachverlag laut “Spiegel” erst im August vergangenen Jahres beeindrucken lassen.
Laut Spiegel war im vergangenen Sommer bekannt geworden, dass mehrere Anwälte, darunter Juraprofessor Stefan Huster und Rechtsanwältin Kathy Lang, wegen Maasens Engagements bei Epping/Hillgruber angekündigt hatten, sich nicht mehr zu Veröffentlichungen zu äußern. Das Werk ist der bedeutendste deutsche Kommentar zum Grundgesetz. Maasen durfte sich zum Grundrecht auf Asyl (Artikel 16 und 16a Grundgesetz) äußern.
“Wir distanzieren uns von extremen politischen Äußerungen von Autoren”
Maaßens Äußerungen seien “technisch einwandfrei”, teilte der Verlag nach Beendigung der Zusammenarbeit mit. Über Maaßens Persönlichkeit und öffentliche Äußerungen entbrannte jedoch eine hitzige Diskussion mit fortschreitender Polarisierung. „Wir distanzieren uns von extremen politischen Äußerungen von Autoren, die die Grenzen des verfassungsrechtlich Berechtigten ausloten“, heißt es in einer Mitteilung des Verlags. Daher wurde beschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden.
Maaßen war von 2012 bis 2018 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Nach kontroversen Äußerungen über rechte Ausschreitungen in Chemnitz und angeblich „linksradikale Kräfte in der GSVP“ wurde er vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte er erfolglos für die CDU in Südthüringen. Zuletzt mehrten sich in der Union die Stimmen für seinen Parteiausschluss. Anlass war das Video eines Ideologen der Corona-Verschwörung, das Maaßen in sozialen Netzwerken teilte.
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