Unternehmen
Der Wohnungsbau in Vorarlberg steht dieses Jahr stark unter Druck. Auf den „Vorarlberger Bautagen“ in Lech wurde deutlich, dass Inflation, die schwierige Rohstoffsituation und gestiegene Kreditkosten die Unternehmen in eine schwierige Lage bringen. Für Beton und Baustoffe wurden bereits neue Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent angekündigt.
19.01.2023 07:44
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Nach Jahren stetigen Wachstums erlebt die Vorarlberger Bauwirtschaft eine konjunkturelle Abschwächung. Drei Jahre Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die damit verbundenen hohen Energiepreise, Inflation und gestiegene Materialpreise haben definitiv Spuren hinterlassen, heißt es bei den „Vorarlberger Bautagen“, bei denen sich Vorarlbergs Bauunternehmen traditionell Anfang des Jahres zum Branchenaustausch treffen Information.
Trotzdem bleibe der heimische Bau ein „stabiler Wirtschaftsfaktor“ und als stabile und krisenerprobte Branche ein verlässlicher Arbeitgeber, so die Wirtschaftskammer in den „Tagen des Baus“.
Ein Treffen der Builders’ Guild of the Construction Industry in Leh
Erwartet wird ein zweistelliger Rückgang
Die teilweise noch vollen Auftragsbücher sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Ertragslage der heimischen Unternehmen verschlechtert hat. Für 2023 wird in allen Bereichen ein zweistelliger Rückgang des Auftragsvolumens erwartet.
Besonders schwierig ist derzeit die Situation im Wohnungsbau und es ergeben sich äußerst herausfordernde Rahmenbedingungen für die ansässigen Unternehmen. Aufgrund dieser Gesamtsituation rechnen lokale Bauherren und Bauherren mit einem Abschwung im Wohnungsbau, teilweise sogar mit einem vorübergehenden Stillstand.
Kritik an der neuen Kreditvergaberegelung
Immobilienentwickler – sowohl gewerbliche als auch gemeinnützige – stehen vor schwierigen Herausforderungen, die im Allgemeinen zu einem defensiveren Verhalten auf dem Markt führen werden, hieß es. Schätzungen, dass die Baukosten in Zukunft sinken könnten, teilt die Branche jedoch nicht. Für Beton und Baustoffe wurden bereits weitere Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent angekündigt.
In diesem Zusammenhang wurden auch die neuen strengeren Kreditregeln diskutiert. Laut Wirtschaftskammer behindern oder verhindern sie die Bezahlbarkeit von Wohneigentum. Insbesondere strenge Eigenheimquotenvorgaben und eine Kappung der Kreditraten nach Haushaltsnettoeinkommen stellen vor allem für junge Menschen teilweise unüberwindbare Hürden dar. Die Wohnbauförderung wird in Zukunft eine deutlich größere Rolle spielen – es bleibt abzuwarten, wie sich die Vorgaben der Überarbeitete Richtlinien werden nach Angaben der Handelskammer eingehalten.
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