Veröffentlicht 19. Januar 2023, 16:23 Uhr
Soziale Angststörung: „Zwischen Fomo und Angst“ – Tiktoks erste Schweizer Serie geht online
Mit dem Projekt «Stable» wollen die Studierenden der ZHDK auf Angststörungen aufmerksam machen und Berührungsängste bei der Arbeit mit psychischen Erkrankungen abbauen.
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Die Serie „Stabil“ begleitet Sam durch ihren Alltag – und zeigt, wie sie mit ihrer Angststörung umgeht.
ZDK/Cast
Drei Betroffene und eine Psychologin erzählen außerdem, wie es sich anfühlt, unter sozialer Angst zu leiden, wie man die Krankheit erkennt und wofür eine Diagnose sinnvoll ist.
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Die Betroffenen fühlen sich im Alltag eingeschränkt, sie können scheinbar banale Situationen nur mit großer Anstrengung bewältigen.
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Darum geht es
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Studierende der ZHDK starten am Donnerstag um 17:00 Uhr die erste Tiktok-Serie in der Schweiz.
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Es geht um Sam und wie ihre Angststörungen sie im Alltag einschränken.
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Mit der Reihe wollen Studierende Berührungsängste bei der Arbeit mit psychischen Erkrankungen abbauen.
„Du hast Angst davor, allein zu sein. Aber er hat noch mehr Angst davor, dazuzugehören»: Sam ist etwa 20 Jahre alt und hat eine soziale Angststörung. Ein erstes Date, eine Party, ein lockeres Gespräch mit neuen Bekanntschaften: alles andere als selbstverständlich für sie. Sam gerät in der Nähe von Menschen in Panik. Ihre soziale Angststörung bestimmt ihren Alltag und es fällt ihr schwer, sich aus ihrem Griff zu befreien. Sam beschreibt ihren Geisteszustand als „ein ständiges Wechselspiel zwischen Fomo und Angst“.
Die Geschichte, die Sam in der Tiktok-Serie «Stabil» erzählt, ist fiktiv – und spiegelt doch die Realität von Zehntausenden Menschen in der Schweiz wider. Laut der Universität Zürich sind Angststörungen in der Schweiz besonders häufig: Rund 15 bis 20 Prozent aller Menschen in der Schweiz sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Das Risiko, eine Angststörung zu entwickeln, ist bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern.
Der Betroffene und der Psychologe kommentieren
Hinter „Stabil“ stehen 15 Studierende des Studiengangs „Cast / Audiovisuelle Medien“ der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK). „Mit der Reihe, die Dokumentarfilm und Spielfilm verbindet, wollen wir das Bewusstsein für Angststörungen schärfen und Berührungsängste in der Arbeit mit psychischen Erkrankungen abbauen“, sagt Regisseurin Jessica Baumgartner.
In den nächsten zwei Wochen wechseln sich Folgen der Serie mit Ausschnitten aus der Dokumentation ab, in denen Betroffene und ein Psychologe des Zürcher Zentrums zur Behandlung von Angst und Depression ihre Sichtweise schildern. „Manchmal habe ich das Gefühl, als Mensch nicht zu funktionieren“, sagt Jamila, eine der Betroffenen.
Das Tabu von Angststörungen brechen
Die Hauptfigur Sam sei eine der coolsten Figuren gewesen, die sie spielen durfte, sagt Schauspielerin Steffi Frees. Die Studierenden der ZHDK gingen sehr offen mit dem Thema um. „Sam ist sehr emotional und das merkt man. Da ich eine starke Verbindung zu meiner eigenen Angst hatte, konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen.“
Es sei sehr wichtig, dass Angststörungen und andere psychische Erkrankungen ernst genommen würden und Diskussionen darüber nicht tabu seien, sagt Frees. “Das Schlimmste ist, sich einsam zu fühlen und damit allein zu sein.”
Das sagt Pro Juventute über die Serie
Leiden Sie oder jemand, den Sie kennen, an einer psychischen Erkrankung?
Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858
Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und deren Angehörige
Gesellschaft für Wochenbettdepressionen, Tel. 044 720 25 55
Relatives.ch, Beratungs- und Anlaufstellen
VASK, regionale Verbände für Angehörige
Pro Juventute, Kinder- und Jugendberatung, Telefon 147
Angebotene Hand, Anliegen Hotline, Tel. 143
Angst- und Panikhilfe, Schweiz, Tel. 0848 801 109
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