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Viele Einwohner der Steiermark haben in den vergangenen Wochen Rezepte mit explodierenden Strompreisen erhalten. Der Preis variiert mit der Zeit und zusätzlich tritt die Bundespreisbremse in Kraft. Jetzt herrscht oft Verunsicherung – die Zahl der Anfragen von Stromanbietern ist riesig.
19.01.2023 07.11
Ab heute, 7.11 Uhr online
Der Strommarkt ist in Bewegung, derzeit gibt es viele Unsicherheiten. Leo Lehr von E-Control rät dennoch zur Vorsicht: „Denn jetzt im Januar ist es erstmals seit langer Zeit so, dass die Angebote der Neukunden in vielen Bereichen durchaus konkurrenzfähig zu den Produkten der Bestandskunden sind. Generell würden wir also empfehlen, möglichst abzuwarten und vielleicht nicht gleich einen langfristigen Festpreisvertrag abzuschließen.“
Verschiedene Tarifoptionen
Die beiden größten Stromversorger des Landes, Energie Steiermark und Verbund, gehen derzeit unterschiedliche Wege, wenn es um Neukunden geht. Der Verbund setzt bei allen Neuverträgen auf einen Festpreis von knapp 40 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Energie Steiermark wird, wie bei den meisten Stromanbietern, der aktuelle Strompreis für Neukunden zugrunde gelegt.
„Am Ende muss natürlich der Kunde selbst entscheiden. Allerdings muss man sagen, dass die gesamte Strompreissituation derzeit durch die Strompreisbremse deutlich aufgeweicht wird“, sagt Urs Harnick, Sprecher der Energie Steiermark.
Anfragen verdoppeln sich auf 120.000 pro Monat
Der Energiepreis liegt im Januar aktuell bei rund 44,40 Cent, im Dezember war er niedriger, könnte aber mit zunehmender Kälte deutlich steigen. Bleibt das Wetter jedoch weiterhin mild, kann der Preis auch fallen. Diese Verunsicherung sei auch bei den Kunden spürbar, sagt Harnik: „Anfragen an unser Kundencenter haben deutlich zugenommen. Sie haben sich mehr als verdoppelt. Wir haben über 120.000 Anrufe im Monat.“
Da derzeit viele neue Anbieter in den Markt drängen und die Lage weiterhin sensibel ist, hat die E-Control gemeinsam mit der Bundeswettbewerbsbehörde einen Arbeitskreis Strompreise eingerichtet. Ziel ist es, den Energiemarkt in den kommenden Monaten genau zu beobachten, um möglichen Fehlsteuerungen frühzeitig vorzubeugen.
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