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Grünes Gewölbe: Prozess wegen Juwelendiebstahls auf unbestimmte Zeit verschoben

Das Haus arbeitet nun an einem Fragenkatalog

Die Kammer will nun bis zum 27. Januar einen Fragenkatalog erstellen. Der Verhandlungstermin am 24. Januar wird abgesagt. Zwei weitere Termine sind für Anfang Februar geplant. Laut dem Vorsitzenden Richter Andreas Siegel wird die Verhandlung nach einer Pause erst am 20. Februar fortgesetzt. Es gibt Probleme bei der Bestellung von Rechtsanwälten.

Die Kammer zeigte sich überrascht über die Ankündigung der Anwälte, Fragen zu den Geständnissen der Jugendkammer und der Staatsanwaltschaft nur noch schriftlich entgegenzunehmen und die Antworten gemeinsam mit ihren Mandanten vorzubereiten. Sie war nach eigenen Angaben bisher davon ausgegangen, dass die Fragen möglichst sofort im Gerichtssaal beantwortet würden. „Wie immer“, sagte ein Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft kritisierte das Vorgehen

Die Staatsanwaltschaft kritisierte den Vorschlag des Verteidigers: „Der Wert einer schriftlichen Aussage ist fraglich“, hieß es. Die Aussagen seien jedoch Teil einer Vereinbarung zwischen Anklage und Verteidigung gewesen, so das Gericht, die für belastbare Geständnisse mildere Strafen für die Angeklagten vorsehe. Gerichtssprecher Andreas Ferron sagte, es sei zunächst unklar, ob der Deal überhaupt zustande komme. Nun verzögert sich der Prozess. Laut Gericht hat die Staatsanwaltschaft bereits signalisiert, dass sie viele Fragen habe.

Zwei weitere Angeklagte haben ausgesagt

Der Diebstahl von Schmuck aus dem Grünen Gewölbe dauerte bis in den Morgen. Zu Beginn des Gerichtstages hatten sich zwei weitere Angeklagte angekündigt. Ein 26-jähriger Mann gab am Freitag zu, an dem Diebstahl beteiligt gewesen zu sein. „Ich gebe zu, dass ich zur Tatzeit dabei war“, sagte der Ältere der beiden. Auch er kletterte über die Mauer, wartete dann aber vor dem Fenster und gab “Schmiere” zu. Seine Aufgabe war es, das Gestohlene anzunehmen.

Ein 23-Jähriger gab zu, unter anderem mit den Äxten das Schaufenster zerschlagen zu haben. „Ich war in Dresden nicht dabei“, las der Verteidiger des 23-Jährigen. Auch mit der eigentlichen Planung hatte er nichts zu tun.