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Wahlkampfstart der Grünen: „Solaranlage statt Flughafen bauen“

Am Freitagabend luden die Grünen zum Wahlkampfauftakt in Klagenfurt ein. Grüne Bundesspitze als „Stützkreis“ für Olga Foglauer. Der Flughafen Klagenfurt ist laut Olga Foglauer ein „totes Pferd“.

KLAGENFURT. Landtagswahlen nähern sich mit großen Schritten. Bis Montag laden die meisten Wahlparteien zu Wahlkampfauftaktveranstaltungen ein. Am Freitagabend war es Zeit für die Grünen. Spitzenkandidatin Olga Voglauer empfing in Klagenfurt Justizministerin Alma Zadich und Vizekanzler Werner Kogler zu einem „grünen Feierabend“. Etwa zweihundert Menschen kamen zum „Ka1“ am Cardinalplatz.

„Es steht viel auf dem Spiel“

Alma Zadich startete in einer ihr eher ungewohnten Rolle als verbale „Peitsche“. Zadic: „In Kärnten steht viel auf dem Spiel.“ Es gehe um „Klimaschutz, Rechtsstaatlichkeit, soziale Gerechtigkeit“. Die Grünen müssen sich „den Herausforderungen der Zukunft stellen“, sie wollen „mit alten Denkmustern brechen“. Olga Foglauer ist laut Zadich „eine große Kämpferin für die grüne Sache“. Für Vizekanzler Werner Kögler war es „eine Ehre, nach Kärnten zurückzukehren“. Das „Auf und Ab“ der Grünen in Kärnten werde verbindend wirken, verwies Kogler auf die Parallelen zwischen der Bundespartei (Ausfall bei der Nationalratswahl 2017, Anm. d. Red.) und der Landespartei Kärnten (Ausfall bei der Landtagswahl im Jahr 2018, Anm. Hrsg.) Auf Geheiß von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sagte Kogler, er müsse “gut überlegen und viel Mut haben, wenn es um eine handlungsfähige Regierung geht”. Laut Kogler kann die Beteiligung der Grünen „Kärnten einen Schritt nach vorne bringen“.

“In Kontakt kommen”

Nach Zadich und Kogler (“wir sind nur die Vorband”) betrat Olga Foglauer die Bühne. Die letzten Jahre haben laut Foglauer „ihre Spuren hinterlassen“. “Es gibt immer noch eine Lücke, die wir füllen müssen.” Deshalb solle man „ins Gespräch kommen und aufeinander zugehen und aufeinander Acht geben“. Das Vertrauen in die Politik sei laut Foglauer „im zweiten Stock im Keller, das wollen wir ändern“. Foglauer: „Was jetzt gebraucht wird, sind Menschen, die sich für den Klimaschutz einsetzen.“ Die Energiewende steht im Vordergrund.

Flughafen „Totes Pferd“.

Über den Flughafen Klagenfurt sagte Foglauer: „Der Flughafen ist ein ‚totes Pferd‘. Du willst damit fahren und dann fliegen.” Voglauers Idee: „Machen wir was aus den 220 Hektar. Ein Solarkraftwerk, das den Kärntnern gehört. Produzieren wir Strom für 80.000 bis 90.000 Kärntner.“

Überblick über die Landtagswahlen 2018

Bei der Landtagswahl 2018 fielen die Grünen von 12,1 % auf 3,1 %. Die Partei war nicht mehr im Landtag vertreten. Gründe dafür waren parteiinterne Streitigkeiten und die Ablösung der ehemaligen Grünen-Vorsitzenden Eva Glavischnig beim Glücksspielkonzern „Novomatic“ zwei Tage vor der Wahl in Kärnten. Jetzt wollen die Grünen die Menschen dazu bringen, die Vergangenheit zu vergessen und in den Landtag zurückzukehren. Studien sehen eine realistische, wenn auch geringe Chance dafür.