Aktualisiert30. Januar 2023, 09:15 Uhr
CO2-Emissionen: Aldi und Lidl fliegen kein Obst – was tun Migros und Coop?
Aldi Suisse und Lidl Schweiz bieten kein per Luftfracht in der Schweiz gelandetes frisches Obst und Gemüse mehr an. Auch Migros und Coop fliegen kaum mit Gemüse.
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Nicht jedes Gemüse, das der Handel verkauft, kommt aus der Schweiz, wie der abgebildete Spargel.
20 Minuten/Celia Nogler
Aldi Suisse hat entschieden, den Versand von Obst und Gemüse in die Schweiz einzustellen.
20 Minuten/Matthias Specher
Auch Lidl Schweiz verzichtet auf Flugobst.
20 Minuten/Simon Glauser
Darum geht es
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Seit Januar gibt es keine fliegenden Früchte mehr in den Regalen von Aldi Suisse.
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Auch Lidl verzichtet auf die Lieferung von Obst und Gemüse per Flugzeug.
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Die grössten Ausnahmen bei der Migros sind Spargel im Februar und März und Sélection Mango.
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Coop sagt, dass es nur wenige Produkte fliegen wird, darunter Babybananen.
Aldi Suisse hat angekündigt, kein Obst mehr zu versenden: Es wurde entschieden, kein Obst und Gemüse in die Schweiz zu liefern. Deshalb gibt es seit Januar keine fliegenden Früchte mehr in den Regalen von Aldi Suisse. Stattdessen setzt Aldi nun auf klimafreundlichere Transportalternativen, so das Unternehmen.
Was ist mit Migros, Coop und Lidl? fragte die Redaktion.
Auch Lidl verzichtet auf Flugobst
Auch Lidl Schweiz verzichtet auf Flugobst: Seit dem Markteintritt 2009 bieten sie kein frisches Gemüse, frisches Obst oder Kräuter an, die per Flugzeug in die Schweiz gelangt sind. Anfang 2020 weitete Lidl das Flugverbot auf Frischfisch und Frischfleisch aus.
Wenn eine Frucht nur auf dem Luftweg in die Schweiz gelangt, werde Lidl „der Umwelt zuliebe“ komplett darauf verzichten, hieß es auf Nachfrage. Ein Beispiel hierfür ist frischer Spargel. Sie sind erst bei Lidl erhältlich, wenn die europäische Saison begonnen hat und das Gemüse auf dem Landweg in die Schweiz gelangen kann.
Auch Gemüse fliegt die Migros kaum noch ein
Die Migros kündigt den Ausstieg aus dem Luftverkehr an. Es wird stärker auf europäische Produkte und alternative Transportmittel gesetzt, daher kommen Ananas jetzt per Schiff. „Wenn das nicht möglich ist, deklarieren wir die Produkte transparent und geben den Kunden Wahlfreiheit“, hieß es auf Nachfrage.
Die größten Ausnahmen sind Spargel im Februar und März und ausgewählte Mangos aus Peru und Brasilien. Mangos werden reif für den Baum gepflückt und ohne Kühlung per Flugzeug transportiert. Die Frucht soll reifer sein und einen höheren Zuckergehalt haben. „Beide wirken sich auf den Geschmack aus“, schrieb er auf Anfrage.
Die Migros hat letztes Jahr weniger als ein Prozent ihres frischen Obstes und Gemüses per Flugzeug transportieren lassen. Sie sind im Verkauf mit “by air” gekennzeichnet. Seit Anfang Jahr verzichtet die Migros auf Produktaktionen im Luftverkehr – «bis auf ganz wenige Ausnahmen». Zudem ist die Migros die grösste Abnehmerin landwirtschaftlicher Rohstoffe und Produkte von Schweizer Bauern.
Coop setzt auf Produkte aus Europa
Coop teilte der Redaktion mit, den Flugverkehr auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn ein Produkt auf dem Luftweg in die Schweiz gelangt, sollte es niemals in Kampagnen beworben werden. Mit dem By-Air-Logo deklariert Coop den Luftverkehr transparent. Sie fliegen also mit nur wenigen Produkten, darunter auch Babybananen.
„Wir arbeiten daran, den Anteil an eingeflogenem Obst und Gemüse weiter zu reduzieren, zum Beispiel durch die Entwicklung und den Ausbau von Produkten aus Europa“, so die Redaktion. Einen generellen Flugstopp plant Coop derzeit aber nicht.
CO2-Emissionen – Lufttransport versus Seetransport
Eine Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung schätzt, dass eine Ananas, die auf dem Luftweg in Europa landet, etwa 25-mal mehr CO2-Emissionen verursacht als ein Schiff mit der gleichen Frucht. Andere Studien schätzen sogar, dass beim Lufttransport bis zu 170-mal mehr Treibhausgase entstehen als beim Transport auf dem Wasser.
Coop und Lieferanten transportierten das Obst und Gemüse aus dem Sortiment hauptsächlich per LKW oder Schiff. Das Angebot orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen der Kunden und bietet ihnen Wahlfreiheit. „Bei ausgewählten exotischen Früchten und Gemüsen ist der Lufttransport beispielsweise wegen der begrenzten Haltbarkeit unumgänglich“, sagt Koop.
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