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Gericht – Linz und Bavag beenden Börsenklage mit Vergleich

Der Rechtsstreit um den Austausch zwischen der Stadt Linz und der Bawag ist endgültig beendet. Am Dienstag einigten sich Stadt und Bank vor dem Handelsgericht Wien auf einen Vergleich. Damit sei der von den Rechtsabteilungen der Parteien ausgehandelte und von Senat und Stadtrat der Stadt Linz mehrheitlich gebilligte Vorschlag bestätigt worden, teilte die Stadt am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit. Die Entschädigungsansprüche der etablierten Betreiber sollten berücksichtigt werden.

Die Vereinbarung sieht die Zahlung von 12 Millionen Euro durch die Stadt Linz und den Verzicht der Streitparteien auf alle möglichen gegenseitigen Forderungen und Ansprüche vor. „Dieser gerichtliche Vergleich nimmt den Linzerinnen und Linzern eine große Last von den Schultern, indem er eine kostspielige und zeitraubende Fortsetzung des Rechtsstreits zwischen der Bawag und der Stadt Linz verhindert“, sagte Bürgermeister Klaus Lüger (SPÖ).

Möglich wurde die Einigung durch die Arbeit des Anwaltsteams und die Mehrheitsentscheidung von SPÖ, ÖVP, Grünen, Neos und MFG im Gemeinderat, die den politischen Willen zur Zusammenarbeit zwischen den Parteien beweist.

FPÖ-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Grabmayr – die FPÖ unterstützte die Entscheidung des Stadtrats nicht – forderte Luger in einer Pressemitteilung auf, zu klären, ob die Stadt von den damaligen Tauschpartnern Schadensersatz verlangen „kann oder gar soll“.

Der Bürgermeister hat Schadenersatzforderungen geprüft

Luger sagte, er habe bereits 2014 auf Anraten des Anwaltsteams entschieden, “eine abschließende Prüfung der Entschädigungsansprüche erst nach Abschluss des Rechtsstreits zu haben”. Konkret handelt es sich um Schadensersatzansprüche gegen die ehemaligen Beamten Ex-Bürgermeister Franz Dobusch, Ex-Finanzberater Johan Mayr und Ex-Finanzvorstand Walter Penn.

Ein Universitätsprofessor, dessen besondere Expertise im Bereich des Arbeitsrechts liegt, muss nun eine gründliche fachliche Prüfung vornehmen. Danach solle klar sein, in welcher Höhe Schadensersatz verlangt werden könne, sagte Luger in einer Pressemitteilung.

2007 sicherte sich der damalige Linzer CFO mit dem Swap-Geschäft – einer Art Kurs-Zins-Wette – eine auslaufende Kreditlinie von 195 Millionen Schweizer Franken (195 Millionen Euro) bei der Bawag. Die Aufwertung des Schweizer Frankens hat den Wert des 4175-Swaps auf mehrere Hundert Millionen Euro erhöht, die zusätzlich zu den Schulden bezahlt werden müssen. 2011 stellte die Stadt Linz die Zahlungen für den Ersatz ein, seitdem dauert der Rechtsstreit zwischen der Stadt Linz und der Bank an.

Am 2. November 2011 verklagte die Stadt die Bawag auf Rückzahlung einer ihrer Meinung nach zu hohen Zahlung von 30,6 Millionen Schweizer Franken, weil die Transaktion ungültig war. Die Bawag wehrte sich neun Tage später mit einer Widerklage auf 417,7 Millionen Euro von der Stadt.

Eine bereits in Kraft getretene Zwischenverfügung hat den Vertrag mangels behördlicher Genehmigung für rechtsunwirksam erklärt. Damit gelang der Stadt Linz ein wichtiger Etappensieg. Für den daraus resultierenden „Vertrauensschaden“ forderte die Bank aber dennoch Schadensersatz, weil sie glaubte, der Finanzvorstand habe das Recht, den Deal abzuschließen. (Hoppla)