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Italien muss laut Cassis die Schweiz von seiner schwarzen Liste streichen

Bundespräsident Ignacio Cassis, 61, traf am Freitag in Mailand mit dem italienischen Außenminister Luigi Di Mayo, 35, zusammen. Der Bundespräsident hat Italien aufgefordert, die Schweiz von der schwarzen Liste für die Personenbesteuerung zu streichen. Die Schweiz bleibe “ohne Grund” auf dieser Liste, monierte er. “Es spielt keine Rolle, aber es ist hässlich.”

Die Schwarze Liste von 1999 kehrt die Beweislast für Personen mit Wohnsitz in Italien um, die in die Schweiz ziehen. Dann müssen Sie den Steuerbehörden nachweisen, dass Sie tatsächlich in der Schweiz wohnen.

“Negativer Beigeschmack” im Schweizer Bild

Als Reaktion auf mehrere parlamentarische Vorstösse der letzten Jahre hat der Bundesrat die Ansicht geäussert, dass die Aufnahme in diese Liste keine direkten Auswirkungen auf die Schweizer Banken haben wird. Dies erhöht jedoch den Verwaltungsaufwand für italienische Frauen, die sich in der Schweiz niederlassen wollen. Es habe auch einen “negativen Beigeschmack” für das Image der Schweiz.

Auch der italienische Aussenminister Luigi Di Mayo ermutigte die Schweiz bei einem Treffen mit Cassis, für einen temporären Sitz im UNO-Sicherheitsrat zu kandidieren. „Wir unterstützen Sie nicht nur, sondern wünschen Ihnen alles Gute“, sagte der italienische Außenminister.

Unterdessen müsse der UNO-Sicherheitsrat gestärkt werden, sagte Di Mayo am Freitagabend an der Eröffnung der Marketingplattform House of Switzerland. Stattdessen zeige sich leider die Schwäche des Multilateralismus, „wenn eine im Rat vertretene Atommacht bewusst beschließt, in ein anderes Land einzudringen“. Di Mayo wandte sich an Russland, das seit Ende Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt.

Die Chancen stehen gut

Erstmals in ihrer Geschichte will die Schweiz von 2023 bis 2024 einen der zehn nichtständigen Sitze im UNO-Sicherheitsrat einnehmen. Die Chancen für die Schweiz stehen gut, denn neben der Schweiz hat sich bisher nur Malta um den Sitz beworben zwei Sitze ovakanyat in der westlichen Regionalgruppe.

Die Kandidatur ist in der Schweiz umstritten. Die SVP lehnt sie aus Neutralitätsgründen ab. Zuletzt hatte sich das Parlament im März klar für eine Kandidatur ausgesprochen. Die Entscheidung, das mächtigste Gremium der UNO zu werden, wird im Juni getroffen. (SDA / lui)