Genesis, die Premiummarke von Hyundai, will den Verkauf von Verbrennungsmotoren bis 2030 einstellen. Bild: Hyundai
Bis 2035 müssen alle Neuwagen in der EU emissionsfrei sein. Viele große Autohersteller rüsten ihre Benzin- und Dieselautos jedoch früher aus. Rezension.
08.06.2022 12:17 08.06.2022 13:04
Konsequenzen
Diese Automarken haben Pläne angekündigt, in Europa bis 2035 oder früher zu 100 Prozent elektrisch zu fahren:
- VW
- Peugeot
- Renault
- Toyota
- Mercedes
- Audi
- Fiat
- Hyundai
- Ford
- kia
- Opel
- Datscha
- Volvo
- Minni
- Clever
- DS
- Lexus
- Alfa Romeo
- Jaguar
Die oben genannten Marken haben zusammen einen Marktanteil von 84 Prozent in Europa. Mit anderen Worten: Auch ohne das EU-Verbot von Benzin- und Dieselautos bis 2035 ist das Bekenntnis der Branche zu Elektroautos längst da. Es gibt jedoch bemerkenswerte Ausnahmen.
Diese Automarken haben noch nicht angekündigt, wann sie in Europa zu 100 Prozent elektrisch fahren wollen:
- BMW
- Schade
- Citroën
- Sitz
- Nissan
- Suzuki
- Mazda
- Jeep
- Mitsubishi
- Porsche
Die Liste ist in der Grafik zusammengefasst:
Die Zahl stellt die Marktanteile in Europa im Jahr 2021 dar. Grafik: via @Elektro_Robin
Die folgende Übersicht zeigt, wann welcher Hersteller in Europa vollelektrisch werden will.
Alfa Romeo: Ab 2027 nur noch elektrisch
Alfa Romeo gehört wie Fiat, Opel und Peugeot zum Stellantis-Konzern, der derzeit die meisten seiner 14 Automarken zu reinen Elektroautobauern umstellt. Bei Alfa Romeo sollen bis 2027 nur noch Elektroautos vom Band rollen.
Audi: 100 Prozent elektrisch ab 2033
Elektro-Audi E-Tron GT: Audi will bis 2025 20 Elektroautos im Portfolio haben Bild: keystone
Der deutsche Premiumhersteller setzt in Europa auf Elektroautos und schreibt: „Ab 2026 werden alle neuen Audi-Modelle vollelektrisch sein. Verbrennungsmotoren werden bis 2033 auslaufen – zwei Jahre früher als es das EU-Recht vorschreibt.“ 2026 will die zum VW-Konzern gehörende Marke ein SUV vorstellen, das letzte Verbrenner-Modell, das bis 2033 verkauft werden soll. Dann ist es vorbei.
BMW: Brennstoffzelle als Alternative zur Batterie
Der elektrische BMW i4: 2030 soll jeder zweite BMW elektrisch sein. Bild: Schlussstein
BMW ist einer der wenigen großen Autohersteller, der mit einem bestimmten Veröffentlichungsdatum zu kämpfen hat. Obwohl die Deutschen in letzter Zeit mehrere neue Elektroautos auf den Markt gebracht haben, ist die Absicht klar, Benzinmotoren und Plug-in-Hybride bis zum Ende in Europa zu verkaufen, dh. 2035 – in anderen Regionen der Welt auch länger.
Unabhängig davon wird die neue Autoplattform, die BMW für alle Modelle ab 2025 entwickelt, vollelektrisch sein. Damit war auch für die Deutschen das Ende des Verbrennungsmotors eingeläutet.
Neben batterieelektrischen Autos sollen bei BMW auch Elektroautos mit Brennstoffzelle und Wasserstoff als Kraftstoff eine Rolle spielen – allerdings eher in Asien und kaum in Europa.
Fiat: Vollelektrisch ab 2027
Der Elektro-Fiat 500 e läuft gut: Bis 2024 soll jeder Fiat auch mit Elektroantrieb erhältlich sein. Bild: keystone
Fiat wird seine Verbrenner-Modelle in Europa bis 2027 und weltweit bis 2030 auslaufen lassen. „Zwischen 2025 und 2030 wird unsere Produktpalette schrittweise auf reine Elektrofahrzeuge umgestellt“, sagte Fiat-Chef Olivier Francois im Juli 2021
Ford: Verbrennungsmotoren sollen bis 2030 auslaufen
Der Ford F-150 Lightning lädt Elektrogeräte oder andere Elektroautos auf.
Ford wagt es, für Europa nur ein Enddatum für den Verbrennungsmotor zu nennen: Bis 2030 sollen Benziner und Hybridfahrzeuge auslaufen.
In den USA will Ford aber auch die Elektrifizierung vorantreiben. Die elektrische F-150 Lightning wird derzeit auf den Markt gebracht. Fords F-150 ist seit fast 50 Jahren das meistverkaufte Auto in den USA. Daher ist der neue elektrische F-150 Lightning für viele das wichtigste Elektroauto des Jahres. Anders als Tesla soll der Elektro-Pickup auch ländliche und konservative Bevölkerungsschichten ansprechen.
Ford F-150 Lightning: Das Elektroauto für Amerika
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Ford F-150 Lightning: Das Elektroauto für Amerika
General Motors: Abschied vom Verbrennungsmotor bis 2035
Die Ankündigung von GM-Chefin Mary Barra Anfang 2021 kam einer Revolution gleich: Ausgerechnet General Motors, Sinnbild der trägen amerikanischen Autoindustrie, eilte damals herbei und kündigte das weltweite Ende des Verbrennungsmotors bis 2035 an. GM ging jedoch durch die Hintertür offen: Schwere Nutzfahrzeuge von Projekt ausgeschlossen, kritisieren Experten.
Honda: Verbrennungsmotoren bis 2040
Erst 2040 stellen die Japaner die Produktion von Verbrennungsmotoren ein. Danach sollen nur noch Elektroautos und Brennstoffzellenfahrzeuge (Wasserstoffautos) vom Band laufen.
Ziel ist es, bis 2030 30 Elektromodelle auf den Weltmarkt zu bringen. Bisher tauchte mit dem Honda E nur ein rein elektrischer Kleinwagen im Modellprogramm auf.
Mit Ausnahme des niedlichen, aber teuren Honda E haben die Japaner in Sachen Elektromobilität wenig vorzuweisen. Foto: Honda
Hyundai: Elektrisch bis 2035
Hyundai wird Benzin- und Hybridautos in Europa bis 2035 auslaufen lassen. Bis 2040 sollen sie „in den wichtigsten Märkten der Welt“ der Vergangenheit angehören. Bei Genesis, der Luxusmarke von Hyundai, bleiben Verbrennungsmotoren bis 2030 Geschichte.
Hyundai gehört neben Toyota, Honda und BMW zu den großen Herstellern, die nicht konsequent auf Elektroautos umsteigen wollen. Die Südkoreaner halten die Tür für Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge offen, die mit Wasserstoff betrieben werden.
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Hyundai stellt das vielleicht aufregendste Elektroauto des Jahres 2021 vor
Quelle: Hyundai
Jaguar: 100 Prozent elektrisch ab 2025
Als Nischen- und Premiumhersteller fällt Jaguar der technologische Wandel besonders leicht: Die Luxusmarke soll nun bis 2025 voll aufgepowert sein – zehn Jahre vor den EU-Vorgaben.
Jaguar I-Pace: innen hui, außen ugh
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Jaguar I-Pace: innen hui, außen ugh
Kia: Elektro bis 2035
Wie Hyundai will auch die Schwestermarke Kia bis 2035 in Europa auf Verbrennungsmotoren verzichten. Das heißt, die Südkoreaner wollen Benziner so lange verkaufen, wie es die EU zulässt. In anderen wichtigen Märkten, wahrscheinlich in Asien und Nordamerika, hetzen die Menschen nicht ins Jahr 2040.
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Kia bringt neues Elektroauto EV6 auf den Markt
Quelle: kia
Lexus: 100 Prozent elektrifiziert bis 2030
Toyotas Premiummarke Lexus soll bis 2030 zum vollelektrischen Anbieter in Europa, China und Nordamerika werden.
Mazda: Elektroautos und Verbrennungsmotoren mit synthetischem Kraftstoff
Mazda hält sich zurück. Wie andere japanische Hersteller bietet Mazda bisher fast keine Elektroautos an. Außerhalb Europas werden neben Elektrofahrzeugen vor allem Verbrennungsmotoren verfügbar sein, die eines Tages mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden könnten.
Mercedes: Elektrisch in Europa bis 2030
Die Mercedes EQS Luxuslimousine hat eine Reichweite von 770 km nach dem WLTP-Messverfahren.
„Bis 2030 sind wir bereit, vollelektrisch zu fahren, wo immer es die Marktbedingungen zulassen“, sagte Mercedes kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Die Schwaben betonen, dass sie in Europa viel schneller aus dem Verbrennungsmotor aussteigen werden, als es die EU fordert. Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow im November 2021 hat Mercedes bereits ein Ende des Verkaufs von Verbrennungsmotoren in Leitmärkten ab 2035 gefordert.
Mini: elektrisch Anfang 2030
Der elektrische Mini Cooper SE ab 2021
BMWs Lifestyle-Marke Mini bringt 2025 das letzte Modell mit Verbrennungsmotor-Variante auf den Markt, das bis Anfang 2030 in den Verkauf kommen soll. Demnach sollen neue Minis rein elektrisch sein. Für 2024 wurde ein neuer Elektro-Mini angekündigt.
Mitsubishi: Noch kein Abschied vom Verbrennungsmotor
„Gerade im Kleinwagensegment unter 10.000 Euro verzeichnen wir weiterhin eine sehr hohe Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Angesichts dieses Bedarfs haben wir derzeit keine Pläne, den klassischen Benziner 2021 aus unserem Programm zu nehmen“, sagte ein Mitsubishi-Sprecher gegenüber autobild.de. Schließlich wollen die Japaner „sehr bald“ auch ein neues Elektromodell auf den Markt bringen.
Nissan: Vom Pionier zum Nachzügler
Der elektrische Ariya ist ab Mai 2022 bei uns bestellbar. Bild: keystone
Einen Termin für das Ende der Verbrennungsmotoren in Europa haben die Japaner noch nicht bekannt gegeben, Nissan arbeitet aber gemeinsam mit Renault und Mitsubishi an neuen Elektromodellen. Bis 2030 sollen 35 neue E-Modelle folgen.
Nissan war 2010 mit dem Leaf einer der Pioniere im Bereich Elektroautos. Danach passierte wie bei BMW lange nichts. Immerhin steht mit dem Ariya nun ein zweites Modell in den Startlöchern.
Opel: Ab 2028 nur noch elektrisch
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Elektroversion des Opel Corsa
Quelle: opel
Opel wird 2028 vollelektrisch fahren, sieben Jahre vor dem Ultimatum der EU. In China wird sich Opel sogar als reine Elektromarke präsentieren. Und ja, aus dem legendären Manta wird voraussichtlich ab 2026 auch ein Stromer.
Peugeot: 100 Prozent elektrisch bis 2030
Der elektrische Peugeot 208 ist das Schwestermodell des Opel Corsa-e. Bild: PSA
Peugeot wird bis 2030 eine rein elektrische Marke in Europa. Nach DS Automobiles (ab 2024), Alfa Romeo (2027) und Opel (2028) wird die nächste Automarke der Stellantis-Gruppe vollelektrisch sein. Außerhalb Europas werden die Franzosen auch nach 2030 Verbrennungsmotoren anbieten.
Porsche: Elektrisch mit einer Ausnahme
Der elektrische Porsche Taycan. Bild: Schlussstein
Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen mehr als 80 Prozent der Sportwagen von Porsche auf Asphalt elektrisch fahren. Was gut klingt, hat einen Haken, denn Porsche stellt in dieser Ausgabe auch Plug-in-Hybrid-Modelle vor.
Prinzipiell fährt Porsche auch in Zukunft elektrisch, nur der legendäre 911 brüllt noch die nächste Dekade mit Verbrennungsmotor, dann aber klimaneutral mit synthetischem Kraftstoff (e-gorivo). Ob die EU allerdings die Hintertür zu energieintensiven und teuren E-Fuels in Pkw offen lässt, bleibt abzuwarten.
Renault: Elektro in Europa bis 2030
„Renault wird in Europa bis 2030 zu 100 Prozent elektrisch sein“, sagte CEO Luca de Meo Anfang des Jahres. eines…
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