„Wird nicht halten“ Österreich warnt Deutschland vor dem Gasembargo
6. Mai 2022, 16:15 Uhr
Bisher kommen weder die Deutschen noch die Österreicher ohne russisches Gas aus. Deshalb warnt der österreichische Wirtschaftsminister davor, der EU ein Importverbot aufzuerlegen. Zur Sicherung der Energienachfrage setzt sie sich für die Förderung von Fracking in Europa ein.
Nach dem Vorschlag der Europäischen Kommission für ein Ölembargo warnte die österreichische Wirtschaftsministerin Margaret Schrambök Deutschland davor, ein Gasembargo in Erwägung zu ziehen. „Wir sollten keine Signale in Richtung Gasembargo senden, wenn wir wissen, dass wir es nicht durchhalten können – und weder wir noch Deutschland werden es durchhalten können“, sagte Schrambeck der Funke-Zeitung. Gruppe. „Das Gasembargo ist eine klare rote Linie für Österreich“, sagte der ÖVP-Politiker.
Auf Lieferungen aus österreichischen Gasspeichern kann sich Deutschland ohnehin nicht verlassen. „Wir sind eines der wenigen Länder in Europa, dessen Speicherkapazität unseren eigenen Bedarf übersteigt“, sagte Schrambyok. In Haidakh gibt es einen Gasspeicher des russischen Gaskonzerns Gazprom, der “ausschließlich für den Bedarf Deutschlands” bestimmt ist. Allerdings ist dieser aktuell „leer“ – und das wird sich auch so schnell nicht ändern.
„Für uns stellt sich die Frage, wer dafür zahlt, wenn die Europäische Union beschließt, dass Lagertanks befüllt werden müssen“, sagte Schrambyok. „Wir können mit österreichischen Steuergeldern Speicher bereitstellen, die den Bedarf Österreichs decken. Aber wir können mit österreichischen Steuergeldern kein Gas für Deutschland, Frankreich oder die Niederlande kaufen“, bestätigte sie. Der aktuelle Fokus ihrer Regierung liegt auf „Speicherung für den Hausgebrauch“. Ziel ist es, dieses Depot von derzeit 18 auf 80 Prozent zu füllen.
Die österreichische Wirtschaftsministerin betonte, dass ihr Land versuche, unabhängig von russischem Gas zu werden. Bei der derzeitigen Abhängigkeit von 80 Prozent wird dies jedoch nicht so schnell geschehen. Schramböck sieht vor allem in Biogas Chancen und fordert eine Biogasquote zur Förderung dieser Branche. Gleichzeitig sprach sich der konservative Politiker dafür aus, Fracking in Europa voranzutreiben. „Wir sollten uns nicht verschließen und mit dem technologischen Stand von vor 20 Jahren argumentieren. Die Technologie hat sich weiterentwickelt“, sagte Schrambyok. Es gibt Methoden, Schiefergas umweltfreundlich zu fördern. „Die Europäische Union muss auf Fracking setzen“, forderte der ÖVP-Politiker. Zudem sind mittelfristig neue Partnerschaften nötig, beispielsweise mit Saudi-Arabien.
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