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Kurzstatement: Nehamer vor der Wahl zum Parteivorsitzenden der ÖVP

Vor seiner Wahl wird Nehamer eine etwa halbstündige Rede halten. Ein „wichtiger“ Teil davon werde sich an die Partei, ihre Mitarbeiter und Mitglieder richten, so die Kanzlerin in der „Kleinen Zeitung“ (Freitagausgabe). “Die Volkspartei durchlebt eine schwierige Phase”, räumte er ein, “es geht auch darum, das teilweise verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen.”

Nehamer eröffnet um 13.30 Uhr den geplanten knapp dreistündigen Parteitag in der Helmut-List-Halle in Graz. Als “Gastgeber” ergreift der Steiermärkische Landeshauptmann Hermann Schutzenhofer das Wort. Nach einigen rechtlichen Punkten, wie dem Finanzbericht, wird Generalsekretärin Laura Sachslaner sprechen, auch Vereinschef August Wöginger wird eine kurze Rede halten.

Reuters/Leonhard Föger Nehammer verpasste der Partei auch ein neues Logo – die Volkspartei ist nicht mehr „neu“.

Auch Kurz darf auf die Bühne, Mitterleiner steht daneben

Unterdessen wurde der Vorgänger von Nechamer Kurz auf der Bühne vom Moderator interviewt. Sein Auftritt auf dem Parteitag sorgte im Vorfeld für Aufsehen. Wie üblich seien alle ehemaligen Parteiführer eingeladen worden, teilte die Partei mit. Beworben haben sich auch Josef Proel, Wilhelm Molterer, Wolfgang Bowl und Josef Riegler.

ÖVP-Parteitag in Graz

Die Präsidentschaft von Altkanzler Sebastian Kurz muss endlich enden und an Karl Nehammer übergehen. Das Erbe von Kurz bereitet der Partei mehr denn je Probleme, was sich in sinkenden Umfragewerten widerspiegelt. Deshalb versucht die Partei, sich optisch von der Kurz-Zeit abzugrenzen.

Kurtz’ Vorgänger Reinhold Mitterleiner kündigte in den Medien ohne Angabe von Gründen an, nicht nach Graz zu kommen – was aber an dem schlechten Verhältnis zu Kurtz zu vermuten ist. Kurz selbst schloss eine politische Rückkehr zuletzt “für immer” aus. Gegen ihn wird unter anderem in der ÖVP-Werbeaffäre ermittelt.

Die Rücktritte setzen Nehamer unter Druck

Eine enge Vertraute von Kurz erschütterte in dieser Woche die Führung des Parteitages: Elizabeth Koestinger trat am Montag als Agrarministerin zurück und überraschte damit nicht nur die damalige Öffentlichkeit, sondern offenbar auch ihre eigene Parteichefin. Am selben Tag sollte Wirtschaftsministerin Margarete Schrambyok, die ebenfalls mit Kurz in die Regierung eingetreten war, Abschied nehmen. Am nächsten Tag stellte Nehamer Erben vor.

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Die Logik hinter Nehamers Transformation

Abgesehen davon läuft es für die Party nicht ganz nach Wunsch. Die ÖVP ist in den letzten Monaten in Meinungsumfragen zurückgefallen und liegt derzeit hinter oder auf Augenhöhe mit der SPÖ. Der Korruptions-Untersuchungsausschuss der ÖVP und die Affäre mit dem ÖVP-Wirtschaftsverband Vorarlberg sorgen seit Wochen für negative Schlagzeilen, und Nehamer selbst steht wegen seiner Reise zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und der Cobra-Drunk-Bodyguards-Affäre in der Kritik.

Allerdings rechnet Politikberater Thomas Hofer aus Parteisicht mit einem guten Ergebnis für Nehamer. Allen Amtsträgern muss klar sein, dass dem neuen Präsidenten kein Schaden zugefügt werden darf. Nehamer selbst hat bisher nur gesagt, dass „alles Bessere als das Ergebnis des Pamela Randy-Wagner-Parteitags“ ein „Erfolg“ als Ziel für seine Wahl zum Präsidenten wäre. Der SPÖ-Chef erhielt 75,3 Prozent.