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Arbeitslosengeld: Kocher will noch vor dem Sommer ein Paket präsentieren

ÖVP-Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher will möglichst noch vor dem Sommer ein umfassendes Paket zur Reform des Arbeitslosengeldes vorlegen. Er will auch über zeitliche Veränderungen bei der bereits beschlossenen Lohn- und Einkommensteuerreform sprechen.

Andererseits sieht er keinen Anlass, über eine mögliche Änderung der CO2-Preise zu sprechen. Erbschaftssteuer und Energiepreisobergrenze lehnt er ab.

Im Hinblick auf die Überlegungen zu einem degressiven Modell des Arbeitslosengeldes – dh. Erst mehr Unterstützung, dann weniger Unterstützung – Kocher verwies auf die Soforthilfe, die 51 bis 53 Prozent der letzten Zahlung ausmachte. „Ich habe immer gesagt, dass das Arbeitslosengeld und die Nothilfe nicht weit unter das jetzige Niveau sinken können.“ Zuverdienstmöglichkeiten für Arbeitsuchende müssten begrenzt werden.

Kocher: Inflation wirkt sich nicht nachhaltig auf den Wohlstand aus

Zu sinkenden Reallöhnen durch Tarifabschlüsse unterhalb der Inflationsrate sagte Kocher, er suggeriere nicht, dass sich die Gesellschaft von ihrem gewohnten Wohlstandsniveau verabschieden müsse. „Es gibt geopolitische Gefahren, aber ich sehe derzeit keine nachhaltige Auswirkung auf den Wohlstand in Österreich.“

Als Hauptgrund für den Fachkräftemangel in der Gastronomie und im Tourismus sieht er, „dass seit zwei Jahren so wenige Menschen in die Branche gewechselt sind oder zum ersten Mal in sie eingestiegen sind“. In Sachen Kurzarbeit bekräftigte Kocher, es werde jetzt „scharf gehandelt“.

„Irgendwann gehe ich wieder in die Forschung“

Zu seiner persönlichen Zukunft sagte der Professor für Verhaltensökonomie und ehemalige Direktor des Institute for Advanced Study (IHS): „Ich denke, in zweieinhalb Jahren ist meine Zeit in der Politik vorbei. Ich werde irgendwann wieder in die Forschung zurückkehren.“ Der ÖVP-Beitritt sei für Kocher „kein Problem“.