Kranzreiten in Weitensfeld und Kufenstechen im Gailtal sind traditionelle Pfingstbräuche, die nun nach zweijähriger pandemiebedingter Pause wieder aufgenommen werden können. Am Kirchtag wird im unteren Gailtal das Kufenstechen gepflegt. Die einheimischen Jungs versuchen sich in einem Holzfass, das angeblich im Galopp zu Pferd mit Stöcken zertrümmert wird.
ORF 1952: Tanz unter den Linden in Feistritz im Gailtal
Die Pandemie hat den Zoll etwas ausgebremst
Das meiste wird bereits von den Bewohnern vorbereitet, wie in Wiesfleckers Haus in Unterfeistritz. Dort gehen am Grünmontag drei Mädchen in traditioneller und mondäner Untergeltaler Tracht zum Kirchentag. Paula Wiesflecker wird ihren drei Enkelinnen helfen, den weiten, vielteiligen Anzug zu tragen. Es dauert ungefähr eine Stunde, um dies zu tun.
„Anna, Laura und Christina gehen dieses Jahr unter den Linden tanzen. Christina ist zum ersten Mal dabei, weil sie wegen des Coronavirus zwei Jahre Pause hatte. „Dieser Bruch hat die Tradition etwas ausgebremst“, sagt Paula Wisflecker, vor allem unter den vielen jungen Mädchen, die zum ersten Mal dabei wären.
ORF Milka Binter 1952 am Schieber
Milka Binter wurde 1952 fotografiert
Eine, die am Montag mit ihrer Enkelin kommen will, ist Milka Binter, geborene Milonig. Dort stand sie bereits 1952 mit 18 Jahren vor der Kamera von Otto Eichbichler. Erst kürzlich sind Filme des vor 25 Jahren verstorbenen Regisseurs wieder aufgetaucht. Aichbichler berichtet über Veranstaltungen in Kärnten und Brauchtumsveranstaltungen – mehr dazu in Alltagserinnerungen in Farbe (13. Mai 2022; kaernten.ORF.at).
Ziel des Films war es, die einzigartige Tracht des Untergailtals zu präsentieren. Milka Binter wurde von Eichbichler mit einem Jungen aus der Gegend fotografiert.
Eine Fotoserie mit 9 Fotos
Dreharbeiten vor 70 Jahren: „Bitte lächeln und reden“
Milka Binter erinnert sich noch genau an die 1950er Jahre, den Tag der Kirche und die Fotos mit Otto Eichbichler: „Er hat uns einfach mitgenommen, auf den Berg, zur Rast, in die Kirche. Wir mussten immer hin und her gehen. Nicht so schwer, sagte er immer, bitte lächle und rede.
ORF Ziel des nun wieder aufgetauchten Films war es, die einzigartige Tracht des Untergailtals zu präsentieren
Milka Binter: Damals gab es viele Tänze
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich am Zoll kaum etwas geändert. Das Stechen selbst war damals nicht ungefährlich und in einem sehr kleinen Teil des Landes ein spektakulärer Brauch. Das Event des Jahres wurde erstmals in Farbe gefilmt.
Unter der Linde wurde getanzt, vor 70 Jahren hörte man hier noch mehr Slowenisch als heute. Aber die Leute haben zu allen Zeiten gerne getanzt. Binter: „Du tanzt nicht nur mit deinem Partner, du tanzt mit jedem, der dich darum bittet. Es war nicht wie heute, wo arme Mädchen rumstehen und Männer nicht tanzen.“
ORF Der Brauch des traditionellen Kufensteuchs, erstmals in Farbe fotografiert
Teile der Tracht sind über 100 Jahre alt
Milka Binter hat noch das Kostüm von damals, Teile davon sind über hundert Jahre alt. Auch der Leinenrock blieb erhalten. „Es ist riesig, ich weiß nicht, wie viele Meter Stoff drin sind. Und es ist alt und sehr schwer.“
ORF Milka Binter mit dem alten Leinenrock
Schuhe haben seitdem viele Kirchentage und Tanzflächen gesehen. Und diesmal ist Milka Binter beim Feistritzer Kirchtag mit einem Rennen mit Läufern dabei.
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