Deutsche Rasenspezialisten untersuchen nun, ob sich unter der Grasnarbe weitere Hohlräume befinden.
von Andreas Heidenreich
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„Ich komme gerade vom Röntgen, aber nicht aus dem Krankenhaus“, sagte Bernhard Neuhold am Dienstagnachmittag, als er in den Medien über die Ermittlungen zu den Zuständen im Ernst-Happel-Stadion informierte.
Doch der Geschäftsführer der ÖFB-Wirtschaftsbetriebe macht keine Witze. Der Grund liegt auf der Hand: Der österreichische Fußball hat sich am Montagabend weit über die Landesgrenzen hinaus zum Narren gehalten. Bis auf die Knochen. Und das Schlimme aus Sicht des Fußballverbandes: Da kann man nicht mal selbst was machen.
© Foto: Kurier / Franz Gruber
Was hat das mit dem Röntgengerät zu tun, obwohl wie durch ein Wunder niemand verletzt wurde? „Ein Spezialgerät eines deutschen Rasenspezialisten, ähnlich einem Röntgengerät, sucht derzeit nach weiteren Hohlräumen unter dem Rasen“, erklärt Neuhold.
Mitten im Feld
Solch ein schockierendes Foto, das am Dienstagabend in den sozialen Medien viral wurde. Nach dem 2:1-Sieg ihrer Mannschaft über das ÖFB-Team im Prater fanden die Dänen im Mittelfeld ein Loch vor, das nach dem Spiel beim Stand von 00:08 entstanden sein muss. Aufnahmen des dänischen Fernsehens zeigen, wie Mittelfeldspieler Andreas Skov Olsen mehr als 20 Zentimeter in den Boden einsinkt.
Es ist erstaunlich, was für eine schwere Verletzung das Loch hätte verursachen können, wenn es während eines Spiels passiert wäre. Die Ursache für den Hohlraum unter dem Rasen hat die Wiener Sportstättenbetriebs-GmbH bereits ermittelt.
„Die aktuelle Situation ist, dass der Grundwasserspiegel durch die starken Regenfälle in der Nacht zum Montag so stark angestiegen ist, dass dieser Hohlraum durch Druck von unten entstanden ist“, sagte Neuhold, der in ständigem Kontakt mit den Stadionbetreibern steht. Dies ist auch notwendig. Das nächste Spiel wartet bereits am Freitag im Stadion auf uns gegen Frankreich. Das Spiel gegen den Weltmeister ist das erste ausverkaufte Spiel nach der 0:1-Niederlage gegen Irland am 12. November 2016.
Der Unterbau des Spielplatzes wird nun zusätzlich mit einer Rolle abgedichtet. Zusätzlich wurden 1.000 Quadratmeter Rollrasen bestellt, um an Stellen mit neuen Löchern verlegt werden zu können. „Optisch wäre das natürlich nicht optimal. In diesem Fall kann es aber nur um die Gesundheit der Spieler gehen.“
Ohnehin war der ÖFB bei seinen Länderspielen immer nur Untermieter. So musste man auch am Montag mitansehen, wie eine halbe Stunde vor Spielbeginn um 20.45 Uhr plötzlich die Lichter ausgehen. Ein größerer Stromausfall legte auch diverse Fahrten in den Wiener Prater im 2. Bezirk lahm (siehe Seite 17). Erst nach 90 Minuten Verspätung setzte der Anpfiff um 22:15 ein.
Es gibt keine Notstromversorgung
Gibt es in solchen Fällen kein Notstromaggregat? Neuhold: „Fürs Rampenlicht ist und sollte es natürlich reichen. Wir werden auch analysieren, warum das nicht funktioniert und warum hier ein reibungsloser Übergang nicht möglich war.“ Das Spiel konnte jedoch nicht später gestartet werden. Wäre das Stromproblem nicht rechtzeitig gelöst worden, wäre das Spiel auf Dienstagnachmittag verschoben worden.
Auch bei einem Video-Meeting mit der UEFA am Mittwoch kann es zu unangenehmen Fragen kommen. Für das Spiel gegen Frankreich gibt es im Ernst-Happel-Stadion derzeit keine Alternative. Auch wegen der 47.500 zum Fan gebrachten Tickets. Und ein Neubau sieht ohnehin illusorisch aus. „Sicher nicht! Investieren wir das Geld lieber in den Breitensport und in unsere Kinder“, sagte Stadtrat Hacker 2019 dem KURIER.
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