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Methusalem, 100, praktiziert jeden Tag Qigong

“Menschen im Fokus”

Niederösterreich wird 100 Jahre alt – genau wie Josef Koeber. Er lebt allein in seiner Wohnung in Langenlois und bewältigt seinen Alltag weitgehend ohne fremde Hilfe. Eines der Geheimnisse seiner ungestörten Vitalität ist das tägliche Qigong.

26.06.2022 17.30

Online seit gestern, 17.30 Uhr

Josef Koebers bester Freund ist sein Rollator, der dafür sorgt, dass er sein Leben alleine bewältigen kann. Er macht sein Frühstück und Abendessen selbst, wäscht und bügelt seine Wäsche, poliert seine Schuhe – alles Hausarbeit, wie er stolz betont.

Einer der Gründe für diese Vitalität: „Ich mache seit 24 Jahren Yoga, jeden Morgen.“ Nach dem Sturz kam er ins Krankenhaus Weidhofen an der Ibs. „Der Arzt dort sagte mir, ich solle nicht aufhören, sondern zum Qigong gehen. Ich habs geschafft. Seitdem mache ich Qigong jeden Morgen, wenn ich aus dem Bett komme.“ Er sprach, stellte seinen Rollator ab und zeigte die Abfolge seiner Übungen. „Und ausatmen“, sagte er schließlich, „und Qigong.“

ORF Köber meistert seinen Alltag selbst – mit Unterstützung seines Rollators

Von Siebenbürgen bis Niederösterreich

Berührungsängste hatte er nie. Josef Koeber ist im deutschsprachigen Nependorf in Siebenbürgen, Rumänien, in der Nähe von Sibiu geboren und aufgewachsen. Eine unabhängige Gemeinde, die mit ihren rumänischen Nachbarn im Spannungsfeld lebte: „Als wir die Stadt betraten, mussten wir aufpassen, weil wir durch rumänisches Gebiet gehen mussten. Es war nicht immer einfach.”

Dann kam der Zweite Weltkrieg, der deutschsprachige Mann wurde zur deutschen Wehrmacht eingezogen und geriet in russische Kriegsgefangenschaft. für fünf Jahre. Eine positive Wendung führte ihn nach Niederösterreich: „Dort habe ich einem Freund das Leben gerettet und er hat mir dann angeboten, mir zu helfen, wenn ich etwas brauche.“ Nach Krieg und Gefangenschaft nahm er das Angebot an und zog nach Alberndorf im Pulkautal (Kreis) . Holabrun).

ORF Reisen im Korb

Der gelernte Schreiner arbeitete danach fast zwei Jahrzehnte bei der Post und ist nun seit 41 Jahren im Ruhestand. Seinen 100. Geburtstag feierte er mit Familie und Freunden – mit dem Fokus auf der Motorradfahrt im Korb durch Langenlois: „Ich habe dem Publikum zugewunken wie eine Königin, das war richtig schön.“ Sein Leben und seine Vitalität genießt er mit viel Übermut Charme – und das will er noch einige Jahre tun.

Robert Salzer, noe.ORF.at