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„Schrecklicher Fehler“ – der Experte kritisiert die abgenommene Maske – Coronavirus

Politikwissenschaftlerin Barbara Preinsack kritisierte die Maskenpflicht scharf. Andererseits begrüßt sie das Ende der Impfpflicht.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen steigt in Österreich wieder an. Aktuell will die Regierung aber keine neuen Maßnahmen ergreifen und beispielsweise bleibt die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln außerhalb Wiens ausgesetzt. Die Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Corona-Panels an der Universität Wien, Barbara Preinsack, sieht das kritisch.

Die Einführung der Maskenpflicht wird schwierig

„Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und an anderen öffentlichen Orten abzuschaffen, war ein schwerer Fehler“, sagt Preinzak im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Schließlich hat sich die Regierung zu oft von den Vorlieben der Bevölkerung leiten lassen, anstatt die richtigen medizinischen Maßnahmen zu ergreifen.

Eine Wiedereinführung der Maskenpflicht im Herbst wäre laut dem Experten deutlich schwieriger, als wenn sie sofort beibehalten worden wäre. Im Moment würde der Professor jedoch den Eindruck hinterlassen, „dass hier die Leute den Kopf in den Sand stecken“. Daher sind keine klaren Pläne bekannt, wie es im Herbst weitergeht.

Das nun auslaufende Projekt Corona-Panel, das immer wieder Meinungsdaten zu den unterschiedlichsten Themen im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen veröffentlicht, wäre ein guter Rat für die Regierung. Prainsack bedeutet also, dass Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bürger eine Maskenpflicht befürworten würde. Nur eine Minderheit würde sich dagegen wehren.

Der jüngste politische Schlag gegen das Coronavirus war die Aufhebung der Impfpflicht, ein Schritt, den der dreifach geimpfte Prainzak begrüßte. Sie würde sich immer wieder gegen den umstrittenen Plan der Regierung aussprechen: „Ich hoffe sehr, dass das so bleibt und die Regierung den Zoll nicht wieder wie einen Stock ausgräbt, wenn die Zahlen größer werden. Bei einem so politisierten Thema wie der Corona-Impfung gibt es eine Verpflichtung, die mehr schadet als nützt.”

Für die von Prainsack und ihren Kollegen vorgeschlagene obligatorische Impfberatung ist es nun zu spät. Jetzt sind die Meinungen zu starr. „Allerdings braucht es auch jetzt und im Herbst gute und bürgernahe Beratungsangebote“, sagt der Professor. Auf jeden Fall wird uns das Coronavirus bis dahin begleiten.

Nav-Account TK Zeit03.07.2022, 14:12| Akt: 03.07.2022, 14:20 Uhr