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Nach Partyexzessen in Berlin-Mitte: Bezirk verhängt nächtliches Alkoholverbot im James-Simon-Park und Monbijoupark – Berlin

Nach mehreren Ausschreitungen verhängte der Bezirk Mitte ein nächtliches Alkoholverbot im James-Simon-Park und im Montbijupark. Das teilte die Regionalverwaltung am Donnerstagabend mit. Dies ist eine Reaktion auf wiederholte Parteiexzesse. Daher ist es in beiden Parks zwischen 22:00 und 6:00 Uhr verboten, Alkohol zu konsumieren oder mit sich zu führen. Die entsprechende Allgemeinverfügung gilt ab Freitag, 22. Juli und ist bis zum 11. September befristet.

„Rechtsgrundlage der Vereinbarung ist das Berliner Grünflächengesetz“, begründete die Landesgeschäftsstelle die Maßnahme.

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Hunderte Menschen haben sich in den vergangenen Wochen vor allem abends im James-Simon-Park versammelt. Anfang Juni musste die Polizei den James-Simon-Park nach einer schweren Verletzung räumen. Davor feierten dort etwa 800 Menschen, später eskalierte die Situation. Rund drei Wochen später kam es in den beiden Grünanlagen in Mitte zu einem weiteren großen Polizeieinsatz: Etwa 40 Beamte räumten den James-Simon-Park, nachdem es dort und im Monbijoupark zu zwei schweren Überfällen und einer schweren Körperverletzung gekommen war. Es waren etwa 1000 Leute.

Dann eskalierte die Situation Mitte Juli erneut: Einzelne Gruppen zündeten immer wieder Pyrotechnik, sodass die Polizei schließlich beschloss, den James-Simon-Park zu räumen. Die Stimmung sei aufgeheizt, teilte die Polizei mit.

Massive Lärmbelästigung

Als Folge solcher Vorfälle seien “die Erholungsfunktion und der ökologische Wert der Grünfläche erheblich eingeschränkt”, schreibt das Landesamt in seiner Stellungnahme. „Die Vegetation wird durch wildes Urinieren besonders geschädigt, der Park ist morgens stark verschmutzt, Glasscherben machen die Nutzung der Rasenflächen unsicher, und nachts kommt es zu massiver Lärmbelästigung.“

Alkohol ist die Hauptursache für Probleme. Das entsprechende Verbot ist das mildeste Mittel, um die Grünfläche und ihre Funktionen zu schützen. Auch die Polizei kann mit Ordnung besser eingreifen.

Zusammenstöße zwischen Nachtschwärmern und der Polizei

Der Bezirk Mitte war bereits im vergangenen Jahr eingeschritten und hatte Beschränkungen für den James-Simon-Park verhängt. Damals gingen wegen Schließungen wegen der Corona-Pandemie weiterhin Tausende Menschen zu Partys in die Parks. Teilweise kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Nachtschwärmern und Polizisten.

Der Bürgermeister des Landkreises Stefan von Dassel (Grüne) hatte das Alkoholverbot vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem Tagesspiegel angekündigt. In der Senatsverwaltung sitzt bereits eine Task Force, die eine stadtweite Lösung für das Phänomen der nächtlichen Massenpartys finden soll. „Wir hoffen, dass die Runden zwischen den Bereichen zu einer gemeinsamen Strategie führen, die zu einheitlichen und abgestimmten Maßnahmen und damit zu mehr Effizienz führt“, sagte von Dassel. (Heimat)