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Eine neue Rolle für Wagners Söldner an der Front

Nach Angaben britischer Geheimdienste hat Russland der Söldnergruppe “Wagner” die Verantwortung für einige Frontabschnitte in der Ostukraine übertragen. Das Verteidigungsministerium in London teilte am Freitag auf Twitter mit, dies könne ein Zeichen dafür sein, dass der russischen Armee ein großer Mangel an Kampfinfanterie droht.

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Valentin Simettinger (Text), Peter Pfeiffer (Bild), Mario Palaschke (Redaktion) und beide ORF.at/Agentur

Der Umzug sei eine bedeutende Änderung gegenüber ihren früheren Operationen seit 2015, zitierte das Ministerium den Militärgeheimdienst täglich. Zuvor hatten Wagners Söldner hauptsächlich Operationen durchgeführt, die sich von den offenen, groß angelegten Aktivitäten der regulären russischen Armee unterschieden.

Wagners Streitkräfte reichten jedoch wahrscheinlich nicht aus, um den Verlauf der russischen Invasion in der Ukraine wesentlich zu beeinflussen. Gleichzeitig verstärken ukrainische Streitkräfte ihre Gegenoffensive im Süden und binden dort russische Truppen.

Separatisten: Die Ukraine hat ein Gefängnis beschossen

Und während der russische Beschuss von Städten im Osten und Süden des Landes weitergeht, berichten laut ukrainischen Quellen Separatisten im Osten über den Beschuss eines ukrainischen Gefängnisses. Ukrainische Truppen stürmten ein Gefängnis in der von prorussischen Separatisten gehaltenen Region Donezk und töteten 40 ukrainische Kriegsgefangene.

Das Gebäude im Gebiet Olenowka sei mit amerikanischen HIMARS-Raketen beschossen worden, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. 75 Kriegsgefangene wurden verwundet. Auch Kämpfer des Asowschen Regiments werden inhaftiert. Dies geschah wochenlang im Asowschen Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol.

Raketen gegen Kiew und Umgebung

Laut Regionalgouverneur Alexey Kuleba wurden bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew 15 Menschen verletzt. Die Raketen seien auf militärische Einrichtungen am Stadtrand von Kiew gefallen, sagte er auf Telegram. Mehr als zehn russische Raketen trafen auch die Region Tschernigow nordöstlich von Kiew, sagte der dortige Gouverneur dem ukrainischen Rundfunk. Tschernihiw wurde wie Kiew seit Wochen nicht mehr angegriffen.

Unterdessen forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die internationale Gemeinschaft auf, Russland klar als staatlichen Sponsor des Terrorismus anzuprangern. Niemand auf der Welt sei mehr in Terrorismus investiert als die Führung in Moskau, sagte er am Freitagabend in einer Videoansprache. Daher sollte Russland als “staatlicher Sponsor des Terrorismus” anerkannt werden.

Erster Export von Getreide wird erwartet

Nach einer Vereinbarung zwischen Kiew und Moskau sollen nach Angaben der Vereinten Nationen die ersten Schiffe mit Getreide an Bord die Ukraine bald verlassen. UN-Notfallkoordinator Martin Griffiths sagte am Donnerstag in New York, einige bereits beladene Frachtschiffe seien bereit, Häfen am Schwarzen Meer anzulaufen. „Und darauf haben wir gewartet, sogar heute oder morgen.

Unterdessen ist nach Informationen aus Kiew ein Schiff mit Getreide aus den besetzten Gebieten in der Ukraine in den libanesischen Hafen von Tripolis eingelaufen. Laut der Facebook-Seite der Botschaft informierte der ukrainische Botschafter im Libanon, Igor Ostash, am Donnerstag den libanesischen Präsidenten Michel Aoun. Daraufhin sei das syrische Schiff am Mittwoch dort angekommen. Die verladene Gerste wurde den Angaben zufolge aus dem Hafen Fedosia auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim exportiert.

Was braucht es für den Frieden in der Ukraine?

Monate nach der russischen Invasion in der Ukraine geht der Krieg mit unverminderter Grausamkeit weiter. Eine friedliche Lösung am Verhandlungstisch scheint noch in weiter Ferne. Was kann Europa tun, um den Konflikt zu beenden? Welche Rolle spielen westliche Rüstungslieferungen? Wie wirksam sind EU-Sanktionen gegen Russland? Was braucht es für den Frieden?

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