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Chaos nach Flugzeugabsturz – viele Tote

Nach einem Flugzeugabsturz in Nepal schwindet die Hoffnung auf Überlebende. Hunderte Einsatzkräfte sind im Einsatz.

In der nepalesischen Stadt Pokhara ist am Sonntagmorgen ein Passagierflugzeug abgestürzt. Der Rettungskoordinator vor Ort passte die Zahl der Todesopfer am Montagmorgen an: Bisher wurden 66 der 72 Menschen an Bord gefunden und zur Identifizierung ins Krankenhaus gebracht. Die Leichen werden dann den Angehörigen übergeben.

Am Sonntag bestätigte Nepals angeschlagene Yeti Airlines den Tod von 69 Menschen. Laut dem Koordinator ist dieser Unterschied darauf zurückzuführen, dass Teams aus mehreren Teams in der Schlucht, in der sich die Überreste befinden, nach Toten gesucht haben und einige Leichen doppelt gezählt wurden. An Bord der Maschine von Yeti Airlines befanden sich 68 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder.

Rettungsaktionen gehen weiter

„Im Moment wissen wir nicht, ob es Überlebende gibt“, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft der Nachrichtenagentur AFP. Rettungsarbeiten sind im Gange. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa waren rund 300 Polizisten und weitere Angehörige der Bundeswehr im Einsatz.

Nach dem Absturz kämpften Rettungskräfte gegen Flammen, die aus dem Wrack aufstiegen, und dichter Rauch quoll über die Schlucht. Trümmer waren über ein weites Gebiet verstreut. Hunderte Neugierige versammelten sich um die Absturzstelle.

Rettungseinsatz in Nepal: 72 Menschen waren an Bord der Maschine. (Quelle: HANDOUT)

Sechs Kinder unter den Passagieren

Wie Yeti Airlines auf Twitter berichtete, waren neben den 53 Passagieren aus Nepal auch fünf Inder, vier Russen, zwei Koreaner und je eine Person aus Irland, Australien, Argentinien und Frankreich dabei. Sechs Passagiere waren demnach Kinder. Zur Ursache äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht.

Der Absturz ereignete sich gegen 11 Uhr Ortszeit kurz vor der planmäßigen Landung in der Nähe des internationalen Flughafens Pokhara in Dere. Das Flugzeug mit der Flugnummer YT691 startete in der Hauptstadt Kathmandu in Zentralnepal. Die Flugzeit von dort nach Pokhara beträgt normalerweise etwa 30 Minuten. Der letzte Kontakt mit dem Cockpit sei um 10.50 Uhr gewesen, teilte die Airline mit.

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Einbettung

Das Filmmaterial zeigt Sekunden vor dem Absturz

Das in den Vorfall verwickelte Flugzeug war eine ATR 72-500, ein Kurzstrecken-Regionalflugzeug, das von einem Joint Venture zwischen Europas Airbus und Leonardo hergestellt wurde. Die Flotte von Yeti Airlines besteht nach Angaben des Unternehmens aus sechs Flugzeugen dieses Typs. ATR sagte, es würde bei der Untersuchung helfen.

Im Internet verbreitetes Filmmaterial zeigt ein tief fliegendes Flugzeug über einem Wohngebiet, das plötzlich nach links abbiegt, bevor eine laute Explosion zu hören ist. Sie können die Szenen auch im obigen Video sehen.

Die Rettungsarbeiten in Nepal gehen weiter. (Quelle: HANDOUT)

Nepals Premierminister Pushpa Kamal Dahal berief nach dem Absturz eine Dringlichkeitssitzung des Ministerrates ein, berichtete die Kathmandu Post. Er wies das Innenministerium, Sicherheitsbeamte und alle Regierungsbehörden an, sofortige Rettungs- und Hilfsmaßnahmen einzuleiten.

Nepalesische Fluggesellschaften auf schwarzer Liste der EU

Die Sicherheitsstandards im nepalesischen Luftverkehr sind aufgrund der unzureichenden Ausbildung des Personals und der mangelhaften Wartung der Maschinen niedrig. Die Europäische Union verbot daher allen nepalesischen Fluggesellschaften das Betreten ihres Luftraums. Darüber hinaus beherbergt das Himalaya-Land einige der abgelegensten und schwierigsten Strecken. Das Wetter in den Bergen Nepals kann sich schnell ändern und gefährliche Flugbedingungen schaffen. Lesen Sie hier mehr darüber.

Pokhara liegt etwa 200 Kilometer nordwestlich von Kathmandu und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Treks im Himalaya, einschließlich der Annapurna-Kette. Die Annapurna-Kette ist ein beliebtes Trekkinggebiet des Landes.