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Sturm, Kälte, Schnee – Italien versinkt im winterlichen Chaos

Veröffentlicht23. Januar 2023, 14:00 Uhr

Schlechtwetterfront: „Höhere Stockwerke suchen“ – Italien stürzt ins Winterchaos

In diesen Tagen schneit es sogar auf Sizilien, die Behörden warnen in vielen Regionen vor Stürmen und Überschwemmungen, und auch in Venedig wird es Überschwemmungen geben.

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Große Teile Italiens kämpfen derzeit mit Stürmen und Überschwemmungen. Bild: Überschwemmung bei Rieti am 18. Januar.

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Wegen des Schnees bleiben die Schulen in vielen Städten aus Sicherheitsgründen am Montag geschlossen, wie hier in Aquila.

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Auch Apulien hat mit Stürmen und Stürmen zu kämpfen.

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Darum geht es

  • Große Teile Italiens halten aufgrund von Unwetterwarnungen den Atem an.

  • Auf der Insel Ischia mussten bereits Hunderte Einwohner ihre Häuser verlassen.

  • In vielen Städten und Dörfern Mittelitaliens legte Neuschnee den Verkehr lahm und sorgte für Chaos.

Italien stöhnt unter Kälte, Schnee, Regen und Sturm. Eine Schlechtwetterfront in dem Mittelmeerland sorgte zu Beginn der Woche für heftigen Schneefall, der sich bis in die südlichsten Regionen Apuliens und Basilikatas erstreckte. In vielen Städten wurden die Schulen am Montag zunächst aus Sicherheitsgründen geschlossen. Selbst in der sizilianischen Provinz Syrakus, wo ein sommerlicher Hitzerekord von 48,8 Grad gemessen wurde, fiel über Nacht Schnee.

Die Behörden warnen vor Hochwasser

Für die Regionen Emilia-Romagna und Marken in Mittelitalien hat der Zivilschutz die zweithöchste Warnstufe wegen Regenfällen herausgegeben. Die Behörden überwachen starke Regenfälle und Überschwemmungen entlang der dortigen Adriaküste. In der Region Senigallia, wo 12 Menschen bei Herbststürmen starben, wurden die Bewohner aufgefordert, in höhere Stockwerke zu gehen. Auf der Insel Ischia, wo Ende November ebenfalls zwölf Menschen bei Erdrutschen ums Leben kamen, mussten vor Tagen rund 400 Einwohner ihre Häuser verlassen. Rücksendungen werden sich zunächst weiter verzögern.

Venedig hebt Schleusentore

Venedig rechnete mit einer Flut von 125 Zentimetern. Um zu verhindern, dass die Innenstadt rund um den berühmten Markusplatz überschwemmt wird, wurden alle mobilen Schleusentore vor der Lagune verbreitert.

Der Fährverkehr zu den Äolischen Inseln zwischen Sizilien und Kalabrien wurde am Wochenende wieder aufgenommen, nachdem er wegen schlechten Wetters für mehr als 40 Stunden unterbrochen worden war. Am Montag war das Dorf Ginostra auf der Vulkaninsel Stromboli jedoch noch von der Außenwelt abgeschnitten.

In vielen Städten und Dörfern Mittelitaliens legte Neuschnee den Verkehr lahm und sorgte für Chaos. Im Valmarecchia-Tal in der Provinz Rimini erreichten die Schneemassen am Montagmorgen eine Höhe von bis zu zwei Metern, wie die Agentur Ansa mitteilte. Die Behörden warnten auch vor Lawinen. In Perugia, der Hauptstadt der Region Umbrien, wurden mehrere Straßen gesperrt, der Neuschnee konnte zunächst nicht geräumt werden. Auch in der norditalienischen Ferienregion Südtirol wurde am Montag mit weiteren, teils heftigen Schneefällen gerechnet.

Der Friedhof in Süditalien wurde weggenommen

Heftige Regenfälle hatten bereits am vergangenen Donnerstag einen Friedhof in Süditalien teilweise weggespült. Etwa 20 Särge und etwa 80 Urnen stürzten laut Feuerwehr und Medien im Dorf Sant’Agata de’ Gotti in der Region Kampanien in das Bett eines benachbarten Baches.

Dem Bach sei kürzlich das Wasser ausgegangen, sagte Bürgermeister Salvatore Riccio. Starke Regenfälle füllten den Bach jedoch mit Wasser, das den Hang erodierte, an dem sich der Friedhof befand. Amateurfotos zeigten, wie ein Teil des Friedhofs mit den Särgen und Urnen mehrere Meter abgesackt war.

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(DPA/fis)