Germany

Wenn Konzerne aus Europa fliehen

Die Ansiedlung großer Unternehmen aus der EU gewinnt an Dynamik. Jetzt sind die Forschungsabteilungen an der Reihe. Eine Standortkatastrophe, die allein durch Subventionen nicht verhindert werden kann.

Dass der Wirtschaftsstandort EU sukzessive an Wettbewerbsfähigkeit verliert und insbesondere die Industrie sukzessive nach Möglichkeit in andere Weltregionen abwandert, ist nichts Neues. Dass auch Deutschland und Österreich innerhalb der Union stark an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, ist ebenfalls nicht der Fall.

In den letzten Tagen wurde es allerdings sehr dick: Der Impfstoffhersteller Biontech hat angekündigt, die Entwicklung von Krebsmedikamenten komplett aus Deutschland herauszuziehen und nach Großbritannien zu verlagern. Der Autokonzern Ford hat angekündigt, dass die Entwicklung von Elektroautos künftig ausschließlich in den USA erfolgen wird, sodass das Entwicklungszentrum in Köln mit tausenden Mitarbeitern mittelfristig obsolet wird. Bereits bekannt wurde, dass die europäische Produktion von E-Autos nicht in Saarlouis, sondern in Spanien und Rumänien stattfinden wird.

Der Pharmakonzern Bayer kündigte an, sein gesamtes Medizingeschäft in die USA zu verlagern, und der Chemieriese BASF wird seine nächste große Investition (zehn Milliarden Euro) nicht mehr in Europa, sondern in China tätigen.